Die Zwillingsbrüder Ravier, geboren 1933, waren waghalsig unterwegs: Ohne je gelernt zu haben, wie man einen Bulinknoten knüpft, ohne je ein Loch in den Fels gebohrt zu haben, eröffneten sie fast alle klassischen Kletterrouten der Pyrenäen. Mit wenig Material und dem Seil um die Taille, nur mit ein paar Kreuzknoten gesichert, schafften die beiden Brüder mehr als 200 Erstbegehungen im gesamten Gebirgszug im Zeitraum von 1950 bis Mitte der 1970er-Jahre. Sie haben die „letzten Probleme“ der Pyrenäen „gelöst“: Begehrte Gipfel, Überhänge und andere psychologische Barrieren, die auch die besten ihrer Vorgänger in Schach gehalten hatten. Die Brüder Ravier haben neue Routen eröffnet – sowohl in den bereits gut erschlossenen Massiven als auch in den abgeschiedenen Tälern der Pyrenäen. Sie sind lebende Zeugen des „Pyrenäismus“.